Wie Mama warm hält: Erneuerbare Energie im Hotel Zermama
Zermatt ist geschäftig, wie immer. Vor allem in der Zwischensaison, wenn weniger Gäste da sind. Dann wird gehämmert, gesägt, saniert. Dieses Jahr trifft es besonders viele Ölheizungen im Dorf. Mama hat das schon lange hinter sich. Seit 2019 heizt das Hotel Zermama zu 100 Prozent mit Holzpellets. Kein Öl. Kein Gas. Nur Holz aus der Region.
Warum wurde das Hotel Zermama 2019 komplett saniert?
Bevor es Mama gab, hiess das Hotel Admiral und wurde als einfaches Garni geführt. 2018 hat Sandrine Julen es von ihrer Tante übernommen. Mit der ganzen Familie im Rücken wurde daraus ein modernes Design- und Lifestyle-Hotel. Nach Ostern 2019 gingen die Türen zu, pünktlich zur Wintersaison wieder auf. Sieben Monate, in denen das Gebäude bis auf den Rohbau zurückgebaut und von innen komplett neu aufgebaut wurde. Zimmer, Küche, Restaurant, Bar, Lingerie, Weinkeller: alles neu. Der Frühstücksraum von damals ist heute tagsüber Coworking-Space, für Gäste und Einheimische gleichermassen.
Gebaut wurde auf einem soliden Fundament. Das Gebäude von 1978 war seinerzeit das bestgedämmte Haus in Zermatt, eine Folge der Ölkrise, die schon Sandrines Familie zum Umdenken brachte. Diese Weitsicht zahlt sich bis heute aus.
Womit heizt Mama heute?
Mit Holzpellets. Sonst nichts. Dank moderner Dämmung, Wärmerückgewinnung und dem Umstieg auf erneuerbare Holzenergie ist die GEAK-Energieeffizienzklasse des fünfstöckigen Hauses um vier Stufen gestiegen, von F auf B. Rund 40 bis 45 Tonnen Pellets braucht das Hotel Zermama pro Jahr, geliefert in zwei Tankladungen à drei Tonnen, alle zwei Monate. Mehr Logistik als früher mit Öl, aber sobald das Lager gefüllt und die Heizung richtig eingestellt ist, hält sich der Aufwand in Grenzen.
Woher kommen die Pellets?
Aus der Region, genauer gesagt aus dem Oberwallis. Zwischen Zermatt und Täsch presst eine vollautomatische Pelletfabrik rund um die Uhr Sturm- und Abfallholz zu Pellets, Holz, für dessen Entsorgung die Gemeinde früher tief in die Tasche greifen musste. Angeliefert wird alles mit eigens entwickelten Elektro-Pelletlastwagen, eingeblasen lärm- und fossilfrei direkt ins Lager.
Was passiert sonst noch, dass man nicht sieht?
Abwärme aus Lingerie und Elektrogeräten wird zur Energiegewinnung genutzt
Bioabfall wird zweimal wöchentlich abgeholt und zu Biogas vergärt
Zimmertemperatur und Licht laufen über Sensoren, an der Reception per App regelbar
Sogar die Heizpilze auf der Terrasse laufen mit lokaler, erneuerbarer Energie
Was bringt das fürs Klima, und für dich als Gast?
Hotellerie ist energiehungrig. Im Schnitt machen Energiekosten rund drei Prozent des Umsatzes aus, in den Bergen oft deutlich mehr. Trotzdem hat erst ein Fünftel der Schweizer Hotels umfassend saniert. Sandrine Julen sagt es so: Die Investition hat sich schnell bezahlt gemacht, gerade jetzt, wo die Energiekosten steigen. Für dich als Gast heisst das: ein Aufenthalt bei Mama, der warm ist, gemütlich ist, und dabei so wenig wie möglich vom Klima nimmt.
Häufige Fragen zur Nachhaltigkeit bei Mama
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Ja. Seit der Sanierung 2019 heizt das Hotel Zermama ausschliesslich mit Holzpellets, ganz ohne Öl oder Gas.
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Rund 40 bis 45 Tonnen, geliefert in Elektro-Pelletlastwagen, alle zwei bis 3 Monate.
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Aus dem Oberwallis. Eine Pelletfabrik zwischen Zermatt und Täsch presst sie aus regionalem Sturm- und Abfallholz.
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Thanks to the 2019 renovation, the CECB energy efficiency rating improved by four levels, from F to B.